Grillen / Rauchen auf dem Balkon

GrundsÀtzlich kann ein Mieter seinen Balkon nach Belieben nutzen.

Die Grenze ist allerdings dort gesetzt, wo andere Bewohner des Hauses belÀstigt werden.

Das Grillen wird heute als eine gebrÀuchliche Art der Speisenzubereitung in der Sommerzeit angesehen und kann deshalb nicht gÀnzlich unterbunden werden. Die Gerichte haben bisher unterschiedlich entschieden.

Nach einem AG-Urteil war es Mietern in MehrfamilienhÀusern erlaubt, einmal im Monat zu grillen, wenn sie dies 48 Stunden vorher ihren Nachbarn anzeigen.

Nach einem LG-Urteil allerdings ist das Grillen nur dreimal wĂ€hrend der Sommerzeit fĂŒr 2 Stunden zulĂ€ssig. Toleranz auf der einen und RĂŒcksichtnahme auf der anderen Seite sind der SchlĂŒssel zu einem einvernehmlichen Miteinander.

Auch das Rauchen auf dem Balkon einer Mietwohnung kann beschrĂ€nkt werden. Mit BGH-Urteil vom 16.01.2015 – V ZR 110/14 wird festgestellt, dass Mieter, wenn sie sich durch auf dem Balkon rauchende Nachbarn gestört fĂŒhlen, fĂŒr bestimmte Zeitabschnitte ein Unterlassen des Rauchens fordern können. Ein solcher Unterlassungsanspruch besteht allerdings nur dann, wenn das Rauchen als wesentliche BeeintrĂ€chtigung zu werten ist, also nicht etwa bei einer gelegentlichen Zigarette. Die Zeitabschnitte, auf die der Unterlassungsanspruch sich bezieht, sollten von den betroffenen Mietern selbst ausgehandelt werden. Können die Mieter sich nicht einigen, mĂŒssen die Zeitabschnitte durch richterliche Entscheidung festgelegt werden.

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